Inhalt-Einführung
Die Haussanierung
Energieeinsparung
Energiespargesetze
Gesundes Wohnen
Richtig isolieren
Risiko Elektrosmog?
Sanierungsausführung
Bau-INFO-Checkliste
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 Richtig isolieren

(HA 4)

 

Inhalt  

"Wenn Wärmedämmung krank macht" (HA 4.1) - Auch das Fernsehen (z. B. NDR) warnte (HA 4.2) - Baustoffauswahl + Verarbeitung sind oft schwierig (HA 4.3) - Baustoffe mit Wärmedämmung und Wasserdampfdurchgang (HA 4.4) - Wichtig ist auch die Kostenbeachtung (HA 4.5) - Wärme- und Schallisolierungsbaustoffe (HA 4.6) - Ausbildung der oberen Dachdecke (HA 4.7) - Nachträgliche Fassadendämmung (HA 4.8) - Möglichkeiten zur Fassadenisolierung von außen (HA 4.9) - Innendämmung beim Renovieren (HA 4.10) - Viele Baustoffe fehlen noch (HA 4.11)

 

Zu den Baustoffen des Rohbaus siehe auch (Link): http://www.hausbaupraxis.info/

 

Die richtige Isolierung ist beim Neu- und Umbau - besonders aber bei der Haussanierung - besonders wichtig. In diesem Abschnitt und in der Bau-INFO-Checkliste soll dies u. a. behandelt werden.
Feuchtigkeit ist wohl das schlimmste Hausproblem. Siehe hierzu auch unter "Schutz vor Krankheit". Aber auch die Wärmedämmung ist wichtig - oder besonders wichtig geworden - wenn sie richtig gemacht wird.
Vorweg:

Der Wärmedurchgang(skoeffizent) von innen nach außen heißt U-Wert (früher k-Wert) und berechnet sich aus der Wärmeleitfähigkeit (Lambda-Wert) des Baustoffs, wie z. B. 0,035 für Mineralwolle. Je niedriger der U-Wert, desto höher die Wärmedämmung. - Zusätzlich sind aber auch der schadlose Abgang der im Innenraum (z. B. durch Menschen oder Kochen) abgegebenen Feuchtigkeit, eine evtl. Speicherfähigkeit der Wände und die Lüftungsart (z. B. kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung) von Bedeutung.

Siehe: "Baustoffe mit Wärmedämmung und Wasserdampfdurchgang (HA 4.4)"


"Wenn Wärmedämmung krank macht" (HA 4.1)

"Vorsicht Schimmel: Wenn Wärmedämmung krank macht" war am 22. 7. 2011 um 10.47 Uhr die Überschrift (lgs) von T-Online. In dem Bericht hieß es dann: "Zukünftig sollen Mietshäuser und Eigenheime stärker gedämmt werden, so will es zumindest die Bundesregierung (siehe Energiespargesetze). Doch wie 'Welt Online' nun berichtet, klagen immer mehr Bewohner von gedämmten Häusern über gesundheitliche Probleme durch Schimmelpilzbefall."

Durch die Dämmung sollen, nach dem Bericht, der Heizenergieverbrauch und der CO2-Ausstoß gesenkt werden. "Doch ob man damit gleichzeitig ein prima Klima schafft und welche Langzeitfolgen gedämmten Häusern und deren Bewohnern drohen, ist fraglich. Denn die massive Dämmung dichtet Häuser meist so stark ab, dass kaum Heizenergie nach außen dringen kann. Das birgt aber auch die Gefahr, dass sich Feuchtigkeit aus der Raumluft an den Innenseiten der Wärmedämmschicht niederschlägt. Als Folge kann es zu einem zunehmenden Schimmelpilzbefall kommen.

Schimmelpilze sind hartnäckig: Und haben es sich die Schimmelsporen erst einmal in den Hauswänden gemütlich gemacht, bekommt man sie so schnell nicht wieder los - dann können sie Erkrankungen wie Asthma oder Lungenemphyseme hervorrufen oder sogar Ursache für eine Krebserkrankung sein."

Weiter hieß es, dass die Branche mit dem Argument nicht ausreichender Lüftung bei solch stark gedämmden Immobilien reagiere. "Wie 'Welt Online' jedoch weiter ausführt, kann Luftfeuchtigkeit je nach Jahreszeit besonders gut durch geöffnete Fenster in die Räume gelangen und dort den Schimmelbefall sogar noch begünstigen. Doch die Gefahr liegt nicht nur im Inneren, auch von außen droht der Schimmelpilzbefall und zwar zwischen Dämmmaterial und Hauswand. 'Auf dem hauchdünnen Putz, mit dem Wärmedämmverbundsysteme versehen sind, schlägt sich morgens Tauwasser nieder', zitierte 'Welt Online' Reimund Stewen, Bausachverständiger und Vorstansmitglied beim Verband Privater Bauheren (VPB)."

Sodann wurde zitiert, dass man sich in den USA mit dem Problem bereits intensiver auseinander gesetzt hätte. "So dürfen in Oregon seit 2007 nur noch Dämmungen verwendet werden, die über eine Hinterlüftung verfügen. Hier kann die Luft in einem Freiraum zwischen Hauswand  und Dämmschicht frei zirkulieren und die Feuchtigkeit wird abgeleitet."

Die angebliche Skepsis des Fachverbandes Wärmedämm-Verbundsysteme wird zitiert mit: 'Probleme kann es nur geben, wenn bauphysikalische und bautechnische Grundlagen nicht eingehalten werden', so Clemens von Trott zu Solz, Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit, im Gespräch mit 'Welt Online'."

In DER SPIEGEL 11/2011 wurde unter der Überschrift "Die Öko-Falle" beim Abschnitt Wärmedämmung einer der bekanntesten Bauphysiker Deutschlands, Axel Rahn, zitiert mit: "Niemand hat sich offenbar Gedanken gemacht, was eigentlich nach 10 oder 15 Jahren mit der Dämmung passieren soll, mit Nachhaltigkeit beim Bauen hat das jedenfalls nichts zu tun." - Weiter hieß es dann: "Wie alle, die etwas von der Sache verstehen, kann er Eigentümern nur davon abraten, ihr Haus in Wärmepackungen zu legen. Er kennt zu viele Beispiele, in denen das schiefging..

Erst fängt es an übel zu riechen, weil der Austausch mit derAußenluft fehlt, steigt der CO2-Gehalt der Luft, man wird müde und fühlt sich schlapp. Dann kommt der Schimmel. In der Wohnung steigt die Luftfeuchtigkeit, was Pilze anregt, sich zu vermehren. Spätestens jetzt denkt der Bewohner über Abhilfe nach.

Die Industrie bietet Belüftungsanlagen an. ..."  Hierzu werden unter "Gesundes Wohnen" Grundlagen und preiswertere Möglichkeiten genannt. Sodann hieß es in DER SPIEGEL weiter: "Die Vertreter der Wärmedämmung empfehlen das Stoßlüfen, bei dem das Fenster minutenlang weit aufgerissen wird. Aber das reicht aller Erfahrung nach nicht, jedenfalls nicht, wenn gut gedämmt wurde. Also lassen die Leute Fenster und Türen offen stehen. 'Aber was sollen sie auch auch anderes tun?', sagt Rahn. 'Wenn sie gekocht haben, müssen sie lüften. Im Grunde müssen sie immer lüften, sobald jemand länger im Hause ist.' So sind alle Rechnungen zur Energieeffiezienz plötzlich Makulatur. Gut die Hälfte verliert ein Haus normalerweise durch die Außenwände (wenn diese weitgehend dampfdiffusionsoffen sind - siehe Tabelle), den Rest durch die Fenster. Dauerlüften ist in dieser Rechnung nicht vorgesehen." - Die Vorteile einer kontrollierten Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung werden später beschrieben.

Richtig isolieren kann im Gegensatz zu falsch isolieren die zuvor genannten Probleme, auch nach dem genannten Fachverband, meistens lösen.

 

Auch das Fernsehen (z. B. NDR) warnte (HA 4.2)

Das NDR-Fernsehen brachte am am 28. November um 22 Uhr die Sendung: "45 Minuten - Wahnsinn Wärmedämmung" unter der Redaktion von Sabine Reifenberg entfachten die Autoren Güven Purtul und Christian Kossin ein wahres Feuerwerk der Kritik an häufig genutzter Wärmedämmpraxis. Zu Beginn wurde die NDR Info des Autoren Nicolai Kwasiewski vom 22. 9. 2011 gebracht. Die Überschrift hieß dabei noch viel schlimmer: "Die Wärmedämm-Lüge". Wichtige Hauptpassagen des Wahninns der Wärmedämmung sollen nachfolgend wörtlich wiedergegeben werden. So hieß es uunter anderem: 

"Wer CO2 sparen will, muss erst einmal wissen, wie viel er verbraucht. Und da gehen die Probleme los, sagt der Bauphysiker Frank Essmann. Energieberater messen nämlich nicht, wie viel Heizenergie in einem Haus tatsächlich verbraucht wird, sondern sie berechnen, wie viel verbraucht würde, wenn jeder Raum einer Wohnung rund um die Uhr auf eine Temperatur von 20 Grad geheizt wäre. Diese Annahme sei vollkommen veraltet, sagt Essmann: "Das zeigen auch die Berichte der Ablese-Firmen: Das Heizverhalten hat sich verändert. Der Verbrauchswert ist also ganz anders als der errechnete Bedarf. Bei Wohnhäusern unterscheiden sich die Werte um bis zu 50 Prozent."

Wenn weniger verbraucht wird als vermutet, kann eine Wärmedämmung also auch nur weniger einsparen. Eine Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle hat außerdem ergeben, dass unsanierte Häuser viel weniger Energie verbrauchen als allgemein angenommen. Die Wissenschaftler analysierten die Daten von 200.000 Häusern und kamen zu dem Ergebnis, dass gerade bei klassischen Altbauten eine Wärmedämmung nur zehn bis 15 Prozent Heizenergie spart.

Die Energie-Einsparverordnung (EnEv) nimmt auf solche Feinheiten keine Rücksicht, obwohl sie die weltweit wohl detaillierteste Verordnung zum Thema Gebäudesanierung ist. Im Laufe der vergangenen 35 Jahre hat sich das Regelwerk zu einem 1.000 Seiten starken Buch entwickelt. Und so wie die Regeln an Umfang zunahmen, tat es auch der Dämmstoff, kritisiert der Bausachverständige Axel Rahn, man sei "blindlings in eine Sackgasse gelaufen". Früher seien acht oder zehn Zentimeter Wärmedämmung verbaut worden - ein sinnvoller Wert, sagt Rahn. Denn jeder zusätzliche Zentimeter dämme nur noch wenig, das hätten Messungen ergeben. Die jetzt verbauten 30 Zentimeter seien Ausdruck einer "unreflektierten Wärmedämmhysterie", denn sie lohnten sich nicht - weder finanziell noch ökologisch." 

Oder es hieß dort: "Monika Schlumbohm ist eine von Tausenden deutscher Immobilienbesitzer, die über eine energetische Sanierung nachdenken. Ihre Eigentumswohnung im Hamburger Stadtteil Stellingen hat sie gekauft, sie liegt in einer typischen 60er-Jahre-Siedlung: Vier Blöcke mit 72 Wohnungen hinter den Backsteinfassaden. Bisher hat die Eigentümergemeinschaft nur die Giebel gedämmt, bei einigen Wohnungen wurden neue Fenster eingebaut. Seit Jahren diskutieren die Eigentümer über eine energetische Sanierung.

Als Hauptgrund nennt die frühere Architektin Schlumbohm die Heizkosten: "Manche Bewohner erzählen mir im Vertrauen, dass sie pro Jahr 1.000 Euro Heizkosten nachzahlen müssen und im Winter bei 15 Grad in ihrer Wohnung sitzen. Ich finde, wir müssen da etwas tun." Gerade die älteren Bewohner scheuen aber den aufwendigen Umbau: Sie fürchten monatelangen Lärm und Dreck, sie müssten ihre Keller und Dachböden räumen und es würde teuer: Trotz hoher Rücklage rechnet Schlumbohm mit mindestens 10.000 Euro Sanierungskosten pro Wohnung.

Feuchtigkeit ist der größte Feind der nachträglichen Gebäudeisolierung. Schon winzige Schäden oder Pfusch am Bau können gravierende Folgen haben.

Durch die Wärmedämmung lässt sich die kaum einsparen ...sagt Frank Essmann, selbst Energieberater: "Zum Beispiel setzt man die jährliche Steigerung der Energiekosten sehr hoch an, dann hat sich die Sanierung schnell gelohnt. Oder man verzichtet darauf, alle Schwierigkeiten bei der Fassadenverkleidung aufzulisten, komplizierte Ecken und Überhänge etwa oder Satellitenschüsseln. Auch die Kosten für das Gerüst werden häufig nicht eingerechnet und dann kann eine Sanierung, die vielleicht mit 60.000 Euro kalkuliert wurde, auf einmal 100.000 Euro teuer sein."

"...Der Hauptfehler aber liegt in den Vorgaben der Energie-Einsparverordnung, sagt der Energieberater: "Das, was ich technisch ausrechne, das ist der sogenannte Energiebedarf. Der kann von dem tatsächlichen Energieverbrauch, den dieses Gebäude über die letzten Jahre hatte, deutlich abweichen." Häufig wird also viel weniger Energie und damit viel weniger Kosten gespart, als berechnet.

Das hat vor allem Folgen für die Mieter: Während ihre Heizkosten kaum sinken, dürfen Vermieter sie neuerdings mit jährlich 11 Prozent an den Sanierungskosten beteiligen. Zwar können die Besitzer die höheren Mieten nicht überall durchsetzen, aber gerade in Großstädten stiegen die Mietpreise immer weiter, klagt der Deutsche Mieterbund."

Viele Probleme wurden  in dem Bericht genannt. Allerdings wurde dabei wahrscheinlich nicht die richtige - unter Haussanierungspraxis immer wieder genante, dampfdiffusionsoffene oder hinterlüftete Isolierung behandelt. Darum hieß es dann weiter:

"Nach Dämmung muss regelmäßig gelüftet werden. Und noch etwas droht den Bewohnern frisch sanierter Häuser: Gerade wenn vor der Fassadendämmung erst einmal die Fenster getauscht werden, droht Schimmel an den Wänden. Die Bewohner gedämmter Häuser müssten sich an einen strikten Lüftungsplan halten, warnt der Bauphysiker Essmann: "Bei alten Fenstern war das Lüftungsverhalten egal, die haben sich automatisch gelüftet. Bei neuen Fenstern müsste die Wohnung zwei- bis dreimal täglich komplett durchgelüftet werden. Das ist für viele, die berufstätig sind kaum zu schaffen." Weil moderne Fenster nämlich besser dämmen als die Wände, schlägt sich die Feuchtigkeit nicht mehr an den Scheiben nieder, sondern gerne in den Ecken." (Diese müssten dann unter Beachtung des Taupunkts besonders gedämmt sein). 

"Auch deshalb gibt es eine eigene Lüftungsnorm, die das korrekte Lüftungsverhalten beschreibt. Weil das nicht sehr wirklichkeitsnah ist, kämpft auch Schlumbohm jeden Winter wieder gegen die Feuchtigkeit: "Wenn es draußen sehr kalt ist, dann bildet sich an der Wand Tauwasser. In den Ecken schimmelt es dann schnell, nur mit guter Lüftung ist das kaum zu schaffen, deshalb heizen wir diese Stellen dann extra." In der Energiebilanz ist der Heizlüfter, mit dem Schlumbohm ihre feuchten Wände trocknet, allerdings auch nicht vorgesehen."

Florian Pretz berichtete sodann über die Energieberatung. Davon einige Auszüge: "...In Deutschland werden meist Komplettlösungen mit Wärmedämmverbundsystemen empfohlen. Die Einsparmöglichkeiten einer solchen Dämmung berechnen die Berater gemäß Energieeinsparverodnung (EnEV) anhand des Wärmedurchgangskoeffizienten, auch als U-Wert bezeichnet. Je niedriger der U-Wert, desto wirksamer eine  Dämmung, sprich höher die Energieersparnis - so die gängige Interpretation. Welcher Dämmstoff welchen U-Wert erfüllt, wird von den 20 Materialforschungs- und Prüfungsanstalten in Deutschland untersucht. Sie sind meist an Universitäten angeschlossen und befinden sich überwiegend in öffentlicher Hand. Die Hersteller von Dämmstoffen beauftragen diese mit der Materialprüfung. Dank finanzieller Förderung werden viele Altbauten nachträglich mit einem Wärmedämmverbundsystem ausgerüstet. Nicht immer ist das sinnvoll, sagt Dämmkritiker Konrad Fischer. Energieberater berufen sich auf die ermittelten Zahlen - und sie  helfen ihnen beim Verkauf ihrer Dienstleistung. Auf Grundlage der U-Werte von Dämmmaterialien werden Rückschlüsse auf die Heizkosten-Ersparnis gezogen. 

Das sei zu kurz gedacht, sagt Architekt Konrad Fischer, ein bundesweit bekannter Kritiker der Wärmedämmverbundsysteme. Er kritisiert, dass die in der EnEV festgeschriebenen Berechnungsmethoden nicht alle Faktoren berücksichtigen: Denn neben dem U-Wert des Dämmmaterials spiele auch die Wärmedurchlässigkeit von Fenstern, Türen oder dem Dach eine wichtige Rolle. Außerdem hätten nicht alle Materialien die gleiche Energiespeicher-Funktion, eine Eigenschaft die für eine Entscheidung pro oder contra Wärmedämmung wichtig sei.

Skepsis ist angebracht  Eine massive Backsteinfassade heizt sich über den Tag langsam auf und speichert sie lange. Wenn es abends kälter wird, dann gibt eine solche Wand immer noch Wärme ab und spart so Heizkosten. Die populären Wärmedämmverbundsysteme dagegen erkalten in der Nacht sehr schnell. Ihre Wärme-Speicherfähigkeit ist gering.

Was sagt das Wärmebild? Wie leicht ein Wärmebild fehlinterpretiert werden kann, erklärt der Architekt Konrad Fischer. Diese Eigenschaften werden bei der Berechnung der Energieersparnis nicht berücksichtigt, sind aber zentral, glaubt Konrad Fischer. Er warnt außerdem vor einer weiteren Falle bei Energieberatungen: Bei den Kalkulationen wird oft ein zu hoher bisheriger Energieverbrauch angenommen. Das funktioniert, weil die wenigsten Hausbesitzer den exakten Energieverbrauch ihrer Immobilie kennen, denn er ist schwer zu ermitteln. Dann kommt der U-Wert ins Spiel. Mit seiner Hilfe lässt sich der zukünftige Verbrauch klein rechnen. Heraus kommt eine theoretisch mögliche Energieersparnis, die selbst für knauserige Hausbesitzer eine Wärmedämmung attraktiv macht.
Um zu zeigen, wie energiesparend die Wärmedämmung ist, wird oft eine Thermografiemessung durchgeführt. Eine Wärmebildkamera macht die Oberflächentemperatur der Fassade sichtbar. Rot stellt warme Temperaturen dar, Gelb und Grün zeigen kühlere Messwerte an. Die Thermografie-Messung kann sowohl von der Straße aus durchgeführt werden als auch innerhalb der Wohnräume. Der Bundesverband für angewandte Thermografie warnt davor, die plakativen Außenaufnahmen zu überschätzen. Besonders bei allen Gebäuden mit einer sogenannten hinterlüfteten Fassade, dazu zählen Naturstein-, Holz- oder Metallfassaden, seien Innenaufnahmen zwingend nötig. Aber auch bei Fassaden mit Wärmedämmverbundsystemen würden Innenaufnahmen bei der Bestandsaufnahme helfen. Energieberater, die lediglich eine Außenaufnahme anböten, ohne auf den unvollständigen Charakter hinzuweisen, seien "unseriös". Eine solche Praxis sei ein "Zeichen von wenig Sachverstand", so der Bundesverband.

Und dann wurde in dem Bericht noch ein zusätzliches Problem genannt: "Brandgefährlich: Wärmedämmung aus Polystyrol  - Wärmedämmungen aus Polystyrol, besser bekannt unter dem Namen Styropor, sind offenbar brandgefährlich. Versetzt mit Flammschutzmitteln und oberflächlich geschützt durch eine Putzschicht, gelten Wärmedämmverbundsysteme mit dem Kunststoff zwar als schwer entflammbar. Doch sie sind brennbar, so das Ergebnis eines Brandversuchs für die 45 Min Dokumentation "Wahnsinn Wärmedämmung". Im Falle eines Feuers können Wärmedämmverbundsysteme mit Polystyrol offenbar sogar zum Brandbeschleuniger werden.Wie aussagekräftig sind Brandversuche?

Wärmedämmverbundsysteme mit Polystyrol müssen die Anforderungen der Brandschutzklasse B1 (schwer entflammbar) erfüllen, eine Voraussetzung für ihre baurechtliche Zulassung für Mehrfamilienhäuser. Geprüft wird das in Brandversuchen, durchgeführt von Materialprüfungsanstalten - im Auftrag und auf Rechnung der Hersteller. Viele Systeme haben diese Tests bestanden und werden deutschlandweit verbaut. Doch wie aussagekräftig sind die Brandversuche?

Die wahre Ökobilanz der energetischen Sanierung ist noch gar nicht klar, meinen unsere Autoren. Anfällig gegen Feuchtigkeit ist sie auch. Was sollten Bauherren bedenken?
Die Autoren der Dokumentation haben einen Brandversuch in der Materialprüfanstalt Braunschweig durchführen lassen. Ein Fachbetrieb hatte dort das Wärmedämmverbundsystem eines Markenherstellers aufgebaut. Zwanzig Minuten hätte es der Einwirkung heftig lodernder Flammen standhalten müssen. Doch das System fing so schnell Feuer, dass der Versuch bereits nach acht Minuten außer Kontrolle geriet. Die Feuerwehr musste wegen der heftigen Flammen und extremer Rauchgasentwicklung unter Atemschutz umgehend löschen.
Verheerende Folgen durch Verzicht auf Brandschutzstreifen möglich

Entscheidend für die rasante Brandausbreitung könnte eine Abweichung im Prüfaufbau gewesen sein. Für den Versuch wurde bewusst auf den Einbau eines sogenannten Brandschutzsstreifens aus nicht brennbarer Mineralwolle über dem simulierten Fenstersturz verzichtet. Der Verzicht spiegelt die Praxis wieder - bei der Wärmedämmung wird entweder ganz oder teilweise auf Brandschutzstreifen verzichtet. Das kann verheerende Folgen haben...."  

(Brandschutzstreifen, z. B. aus Mineralwolle, sind zwar Vorschrift. Wer aber seine gesamte Wärmedämmung gleich mit der zusätzlich noch dampfdiffusionsoffenen Mineralwolle ausführt, har die genannten Probleme meistens überhaupt nicht.)

 

Baustoffauswahl + Verarbeitung sind oft schwierig (HA 4.3)

Auf dem Baumarkt ist unglaublich viel zu finden. Darum ist die Baustoffauswahl oft schwierig. Dies gilt für den Neubau, den Umbau und die Haussanierung. Die Baustoffe müssen aber auch richtig verarbeitet werden. Und selbst hierzu brachte die zuvor beschriebene die NDR-Sendung vom 28. 11. 2011 die Übersicht eines Sachverständigen. 

Beim Isolieren denkt man meisten zunächst an die Isolierung, wie auf dem Bild, gegen Feuchtigkeit. Hierzu siehe z. B. unter Die Haussanierung Feuchtigkeit im Erdbereich beseitigen (HA 1.6)  und die Dichtigkeit von oben ist ohne Wärmedämmung, zumindest in Wohngebäuden, kaum denkbar. Darum ist sie dort genannt. Unter Bau-INFO.Checkliste findet man die Internet-Portale der Anbieter-Firmen für die Dachdichtung, meistens mit richtigen Ausführungsbeispielen.

Bei der Wärmedämmung ist zu verhindern, dass es später heißt: "Wenn Wärmedämmung krank macht." Unter Gesundes Wohnen fangen die Empfehlungen hierzu mit der Frage an: "Woher kommt die gute Luft? (HA 5.3). Es folgt "Schimmelpilz und Luftfeuchtigkeit (HA 5.4) etc. - Immer sind viele Fragen mehr zu lösen als in dem zuvor beschriebenen Bericht "Wenn Wärmedämmung krank macht".

Die Wasserabgabe jedes Bewohners muss wieder abgeführt werden. Früheres Mauerwerk war fast immer dampfdiffusionsoffen. dort ging es auch ohne Lüftung (wenn von innen keine neuen Plastik-Tapeten vorgeklebt wurden) nach draußen. Der Taupunkt ließ allerdings den im Winter an der Außenhaut oft gefrierenenden Wasserdampf tauen. Wenn dieser Punkt ca. im äußeren Drittel liegt, verdunstet das Wasser später nach draußen. Andernfalls kann sich innen Schimmel bilden. Dagegen hilft eine Belüftung der Außenhaut oder "Die kontrollierte Be- und Entlüftung (HA 5.6) - die hilft auch, wenn außen durch ein Wärmedämmverbundsysten alles dicht gemacht wird und andernfalls die von innen kommenden Luftfeuchtigkeit dort als Schimmelwohnung bleibt. Ähnliches gilt natürlich auch für das Dach. Doch dazu und zu vielen weitetren Isolierbaustoffen und -ausführungen siehe die weiteren Überschriften und Beschreibungen.

Heute haben alle die Qual der Wahl mit einem fast unglaublich großen Angebot. Darum kann nachfolgend auch nur ein kleiner Überblick vermittelt werden. Das Überfluss-Angebot endet mit immer teurer und teilweise auch knapper werdenden Isolierstoffen. Die kontinuierlich ansteigenden Energiekosten und die neuen Gesetze zur Althaus-  und Neubauisolierung treiben die Isolierstoffpreise und -Lieferzeiten oft in die Höhe. Darum müssen einige Isolierstoffe schon ein halbes Jahr vorbestellt werden. Isolierstoffe aus Ölprodukten verteuern sich zwangsläufig mit den Ölpreiserhöhungen.

Nach allen deutschen Landesbauordnungen bedürfen Baustoffe einer bauaufsichtlichen Zulassung. Eine kompetente Bauberatung weiß oder überprüft meistens, ob diese vorhanden ist.

Viele Baustoffe wurden schon besprochen. Viele weitere sollen jetzt folgen. Obwohl es nicht alle sind, ermöglichen alle zusammen zuletzt doch einen gewissen Überblick.

Zu den Ausbau- und Isolierbaustoffe:

Beim Neubau sind die Herstellerangaben für den Dach- oder Wandaufbau zu beachten. Eine Nachrüstung entspricht bei äußerlich ungedämmten Dächern oder Wänden dem Neubau.

Bei vorhandener Wärmedämmung im äußeren Wärmedämmverbundsystem (WDVS) von z. B. nur 6 cm sollte mit dem Handwerker (Fachunternehmererklärung) evtl. ein Abriss dieser Wärmedämmung besprochen werden, weil eine Neu-Gesamtisolierung vielleicht rund 16 cm dick sein müsste.

In der genannten NDR-Sendung 45 Min. zur Wärmedämmung wurde zur Verarbeitung bei Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) eine Checkliste von Dipl.-Ing. Frank Hessing, einem Sachverständigen für Wärmedämmverbundsysteme, veröffentlicht. Hierzu z. T. etwas zusammengefasst nachfolgend der  Inhalt:

Checkliste für die Verarbeitung von WDVS 

Vor Auftragsvergabe und Arbeitsbeginn:

  • Grundlage sollte ein Leistungsverzeichnis und kein pauschales Angebot sein.
  • Von den Firmen ausgeführte oder aktuelle Objekte zeigen lassen.
  • Nur Materialien eines Herstellers verwenden (nur dann Gewährleistung).
  • WDVS mit der "Allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung verwenden". DasSystem und seine Zulassung sollten im Angebot genannt sein.
  • Im Angebot sollten die einzelnen Materialien genau genannt sein. 

Bei der Ausführung:

  • Ausreichende Verklebung (vollflächig oder Punkt-Rand-Verklebung) der Dämmplatten.
  • Dämmplatten sollten möglichst 'dicht gestoßen' sein, evtl. Fugen mit geeignetem Material ausfüllen.
  • Auf fachgerechte 'Detailausbildung' (Anschlussfugen, Sockelausbildung mit Übergang Wand-Erde) achten.
  • Bei zusätzlicher Dübelbefestigung der Dämmplatten möglichst Dübel mit Dämmstoffkappen verwenden, um spätere optische Abzeichnungen der Dübel zu verhindern.
  • Dämmstoffoberfläche vor dem Aufbringen des Putzsystem (bei geringsten Unebenheiten) schleifen, um Unebenheiten in der Putzoberfläche auszuschließen.
  • Der Unterputz muss in ausreichender Dicke ausgeführt und das 'Armierungsgewebe' (Matten, die in den Unterputz eingelegt werden) mit 10 cm Überlappung darin eingelegt (eingespachtelt) werden.
  • Der Oberputz muss eine gleichmäßige Struktur haben und es dürfen sich keine Gerüstlagen abzeichnen.

Nach Abschluss der Arbeiten:

Bestätigungen der ausführenden Firma: 1. Fachunternehmererklärung (über Einhaltung der Anforderungen der Energieeinsparverordnung) 2. Bestätigung, dass ein Wärmedämmsystem mit bauaufsichtlicher Zulassung verwandt wurde.

Zuletzt heißt es in der Hessing-Checkliste: "Es ist sinnvoll, die Arbeiten durch enen unabhängigen Fachmann überwachen zu lassen."

 

Zu den Themen Stahlbeton + Beton allgemein,  Stahl ist Festigkeit,  und vom Holz zum Dach siehe www.hausbaupraxis.info

 

Baustoffe mit Wärmedämmung und Wasserdampfdurchgang (HA 4.4)

 

1. Ein Überblick:

Zusammengefasst und z. T. ca. Mittelwerte aus DIN V 4108-4 und 4108-10, DIN EN 12 524 sowie DIN EN 13 163 bis DIN EN 13 171.

Nach den Baustoffen sind die Bemessungswerte der Wärmeleitfähigkeit angegeben (je kleiner, desto geringer der Wärmeabgang). Sodann sind die Richtwerte der Wasserdampfdiffusionswiderstandszahlen i. M. genannt (je kleiner, desto größer der Wasserdampfdurchgang). A = verhältnismäßig guter Wasserdampfdurchgang, B = verhältnismäßig schlechter Wassergangdurchgang (kontollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung empfehlenswert).

Zu Beginn hieß es hierzu (unter Vorweg): Der Wärmedurchgang(skoeffizent) von innen nach außen heißt U-Wert (früher k-Wert) und berechnet sich aus der Wärmeleitfähigkeit (Lambda-Wert) des Baustoffs, wie z. B. 0,035 für Mineralwolle. Je niedriger der U-Wert, desto höher die Wärmedämmung. - Zusätzlich ist aber auch der schadlose Abgang der im Innenraum (z. B. durch Menschen oder Kochen) abgegebenen Feuchtigkeit von Bedeutung.

 

Nr.

Baustoffe

λ–Wert ca.  d. Wärme-

dämmung

Wasserdampf-

Durchgangs-

widerstand

 

Wand- und Holzbaustoffe

 

 

A 1

Putzmörtel + Mauermörtel aller Art  (außer Kunstharzputz)

0,70

5 - 35

B 1

Kunstharzputz

0,70

50 - 200

A 2

Wandbauplatten aus Gips nach DIN 18 163 + Gipskartonpl.

0,40

5 - 10

A 3

Porenbeton nach DIN 4223-1 (Steine + Bauplatten)

0,20

5 - 10

A 4

Leichtbetonsteine  mit Naturbims oder Blähton

0,20

5 - 15

A 5

Mauerwerk mit Mörtelfugen aus Voll-, Hochloch-, Kalksandstein-, Porenbeton-, Hütten- und Kalziumsilikatsteinen

0,50

5 - 10

A 6

Lehmbaustoffe

0,30

5 - 10

B 2

Voll-, Keramik-, Hochlochklinker

1,0

50 - 100

B 3

Keramik und Metalle

2 - 200

dicht

A 7

Buch + Eiche Lambda 0,20, Fichte, Kiefer, Tanne

0,13

40 

 

Wärme-Isolierstoffe-natürlich

 

 

A 8

Mineralwolle (MW) DIN EN 13 162 + Einblassystem

0,035

1

A 9

Aerowolle (v. Rockwool)

0,025

1

A 10

Holzwolleplatten  (WW)

0,065

2 - 5

A 11

Blähperlit (EPB) DIN EN 13 169

0,040

5

A 12

Expandierter Kork (ICB) DIN EN 13 170

0,045

5 - 10

A 13

Holzfaserdämmstoff  (WE) DIN EN 13 171

0,035

5

A 14

Thermo-Hanf

0,040

1

A 15

Kalziumsilikat- + -sanierputzplatten f. innen (z. B. redstone)

0,042

5

A 16

Poraver Glas – Einblas- und Isoliersysteme

0,040

dicht

A 17

  StoTherm Mineral

 0,04

 5 - 10

 

Wärme-Isolierstoffe-Kunststoff

 

 

B 4

Expandierter Polystrolschaum (EPS) DIN EN 13 163

0,032

20 - 200

B 5

Extrodierter Polystrolschaum (XPS) DIN EN 13 164

0,028

80 - 250

B 6

Polyrethan-Hartschaum (PUR) DIN EN 13 165

0,022

40 - 200

B 7

Phenolharz-Hartschaum (PE) DIN EN 13 166

0,022

10 - 60

B 8

Schaumglas (CE) DIN EN 13 167

0,040

dicht

 

 

 

 

 

 

 

 

2. Beispielberechnungen für einige Baustoffe und Lambda-Werte:

16 cm 0,025 Material = 0,16/0,025=6,40   U-Wert=1/6,40=0,16         16 cm Dicke

16 cm 0,030 Material = 0,16/0,030=5,33   U-Wert=1/5,33=0,19

16 cm 0,035 Material = 0,16/0,035=4,57   U-Wert=1/4,57=0,22

16 cm 0,040 Material = 0.16/0,040=4,00   U-Wert=1/4,00=0,25

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18 cm 0,025 Material =0,18/0,025=7,20    U-Wert=1/7,20=0,14        18 cm Dicke

18 cm 0,030 Material =0,18/0,030=6,00    U-Wert=1/6,00=0,17                              

18 cm 0,035 Material =0,18/0,035=5,14    U-Wert=1/5,14=0,19

18 cm 0,040 Material =0,18/0,040=4,50    U-Wert=1/4,50=0,22

---------------------------------------------------------------------------------------

20 cm 0,025 Material =0,20/0,025=8,00    U-Wert=1/8,00=0,13        20 cm Dicke

20 cm 0,030 Material =0,20/0,030=6,67    U-Wert=1/6,67=0,15

20 cm 0,035 Material =0,20/0,035=5,71    U-Wert=1/5,71=0,18

20 cm 0,040 Material =0,20/0,040=5,00    U-Wert=1/5,00=0,20

20 cm 0,045 Material =0,20/0,045=4,44    U-Wert=1/4,44=0,23

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22 cm 0,040 Material =0,22/0,040=5,50    U-Wert=1/5,50=0,18        22 cm Dicke

22 cm 0,045 Material =0,22/0,045=4,89    U-Wert=1/4,89=0,20 

--------------------------------------------------------------------------------------- 

            

Wichtig ist auch die Kostenbeachtung (HA 4.5)

Alle reden von der besseren Wärmedämmung, die sich dann durch geringere Heizungskosten von selbst bezahlt machen soll. Je teurer die Energieeinsparungsmaßnahmen, desto teurer wird dadurch aber auch die Miete. "Jedes Jahr Miete rauf?" hieß deshalb die Hauptüberschrift von Bild am 16. September 2010. Und dann hieß es: "Vorgeschriebene Sanierungen kosten Billionen."

Und lt. Quelle Stat. Bundesamt und Haus & Grund hieß es sodann:

  • Bundesweit gibt es 39,6 Millionen Ein- und Zeifamilienhäuser und Wohnungen. Die meisten müssten saniert werden.
  • Je nach Gebäude könnten die Kaltmieten um bis zu 8,50 €/qm steigen.
  • Auf Besitzer eines Einfamilienhauses(120 qm) aus der 70er Jahren kommen je nach Wärmedämmungsstand Sanierungskosten bis zu 140.000 € zu.
  • Besitzer eines Mehrfamilienhauses (8 Parteien) müssen mit bis zu 600.000 Sanierungskosten rechnen.

Am 28. 9. 10 hieß es dann (AFP in T-Online): "Es wird kein Zwang ausgeübt auf die Gebäudeeigentümer", sagte Bundesbauminister Peter Ramsauer. In der Kabinettssitzung des gleichen Tages wurde das Energiekonzepz gegenüber der ursprünglichen Fassung entschärft: Saniert werden muss nur, wenn es wirtschaftlich sinnvoll ist. Auch Sanktionen für nicht oder nicht umfänglich genug sanierende Hauseigentümer werden von der Bundesregierung nicht mehr verfolgt (2./3. 10. 10 in HA).

Am 29. 9. 10 (cs mit AFP, dpa auf T-Online) prophezeite Angela Merkel steigende Mieten: "Es geht nicht darum, irgendwelche Preise in die Höhe zu treiben", zugleich gehe es darum, "dass klar wird, dass der Mieter dadurch, dass er weniger Energiekosten hat, auch insgesamt keine höhere Warmmiete hat."

Zur Schaffung der weiter genannten Balance zwischen Investitionen und Vorteilen müssen - und dies kommt jetzt von diesem Portal-Autoren - die Sanierungskosten entsprechend niedrig gehalten werden. Dies gilt für alle, auch für die öffentliche Hand. Denn dort wird das Geld des Steuerzahlers ausgegeben. Und gerade dort müsste besonders gespart werden, denn - wenn die Mieten steigen, erhöhen sich auch die Mietausgaben der Hartz-IV Empfänger und Aufstocker entsprechend (siehe www.soziales-deutschland.eu ).

Das Beispiel der Sanierung von 2 Schulgebäuden in einer Kleinstadt nahe Hamburg zeigt das sich "Nichtrechnen" von zu teuren Maßnahmen. Die Gebäude wurden für rund 1.000.000,- € einschließlich der Fundamente "energetisch" saniert.

"Firmen und Umwelt profitieren" überschrieb dazu eine Zeitung (Glinder Zeitung Nr. 34 24. 8. 2010) ihr Beispiel zum Konjunkturprogramm II der Bundesregierung. Die übernahm nach dem Bericht 770.000 € der erwähnten Wärmeisolierung der Schule und die Stadt nur 220.000 €. Der Bürgermeister kommentierte dazu: "Die Kohlendioxyd-Emissionen verringern sich um 50 % jährlich." In der gleichen Woche wurden die Neuschulden des Bundes für das 1. Halbjahr 2010 durch das Konjunkturprogramm mit 48 Milliarden gemeldet.

Eine Alternative zur ausgeführten Isolierung wäre auch eine Innendämmung gewesen. Denn die 16 cm Außendämmung aus Polistrol-Hartschaum wurde auf eine Rotziegel-Verblendung geklebt. Um die früher hübsche Fassade wieder herzustellen, wurden auf den Hartschaum nun die guten Roeben-Riemchen geklebt. Mit Gerüst war man dann bei rund 450 € pro qm angelangt. Doch eine Innendämmung hätte durch die Taupunktverlagerung nach innen wohl andere Schwierigkeiten gebracht, die eine kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung allerdings ausgeglichen hätte. 

Zur Be- und Entlüftung für die Kinder und zur dampfdiffusionsoffenen oder –geschlossenen Fassade siehe auch unter „Gesundes Wohnen".

Die EnEV 2009 besagt im § 6, Abs. 2: Zu errichtende Gebäude sind so auszuführen, dass der zum Zwecke der Gesundheit und Beheizung erforderliche Mindestluftwechsel sichergestellt ist. Zusätzlich spricht die DIN 1946-6 (von 2009) bei der Lüftung von Wohnungen von einer Mindestlüftung, der Nennlüftung - vor allem gegen die Feuchtigkeit, die einmal den genannten Schimmelpilz begünstigt, aber auch die Heizkosten erhöhen kann.

Am 24. 8. brachte eine Tageszeitung (HA - Stormarn) zu dem Bericht über die Schulsanierung einen Leserbrief unter der Überschrift "Geld verschwendet": "Der Bericht zeigt vor allem die Geldverschwendung im öffentlichen Bereich....Leider ergeben die rund eine Million Herstellungskosten durch 7000 €/Jahr...142 Jahre zur Amortisation. In Wirklichkeit ist die Einsparung wegen völliger Ausführungsabdichtung bei Klassenräumen (Mindestlüftung jede Pause) weitaus geringer. Dies für eine Schule, die in wenigen Jahren kaum noch Kinder haben wird....Bei anderen Baumaßnahmen in anderen Gemeinden ist es ähnlich." - Die Balance zwischen Investitionen und Vorteilen war bei der staatlichen Maßnahme also nicht gegeben.

Am 30. 9. 2010 berichtete dann das Hamburger Abendblatt schon von den Sanierungskostenauswirkungen auf ein Rentnerehepaar: "Das Haus, in dem H. und H. H. Schröder bislang wohnten, wird 'energetisch' saniert. Schon jetzt können Vermieter nach geltendem Recht 11 % der Kosten, die bei der Sanierung anfallen, auf ihre Mieter umlegen, jedes Jahr, unbefristet." Im vorliegenden Fall waren die Kosten für die 2 Zimmer Wohnung 67.012,92 €. Die Kaltmiete sollte deshalb von 246,59 € auf 846,12 € erhöht werden. Das Ehepaar konnte dies nicht tragen und musste ausziehen. Aber auch der Vermieter wird Mühe haben, zu diesen Preisen noch Mieter zu finden. Auch hier war also die Balance nicht gegeben.

Zur gleichen Zeit veröffentlichte der Deutsche Mieterbund (DMB) Zahlen zu den Kosten und Mieterhöhungen durch Sanierung (30. 9. 10 cs, dpa, dpa-tmm, AFP): "Wenn die Vermieter sämtliche Sanierungskosten auf den Mieter umlegen - und dazu sind sie berechtigt - steigen die Mieten deutlich stärker als die mögliche Ersparnis der Heizkosten. Eine Modellrechnung des DMB gibt einen Vorgeschmack auf die künftigen Mieterhöhungen. Wenn das Austauschen von Fenstern und das Dämmen der Wände beispielsweise 20.000 € kosten, dürfe die Jahresmiete um bis zu 2.200 € steigen. 'Das macht im Monat stolze 183 €, die der Mieter mehr zahlen muss', so DMB-Sprecher Ulrich Ropertz. Die Heizkosten für eine 70 qm Wohnung liegen aber nur bei durchschnittlich 80 €./Monat." Der DMB weist darauf hin, dass ja durch eine Sanierung auch der Wert des Hauses steige.

Laut Deutsche Energie Agentur (dena) kostet die 80 %ige Reduzierung des Energiebedarfs in einem Altbau aus den 60er-Jahren etwa 322 €/qm. Die Energiekosten würden dabei um 0,83 €/qm sinken und die anrechenbare Mieterhöhung zur Refinanzierung läge bei 0,97 €/qm.

Die Kosten müssten also über die Hälfte gedrückt werden.

Dies gelang bereits fast dem städtischen Wohnungsunternehmen SAGA. Sie saniert jährlich 7.000 Wohnungen für 70 Mio. € = 10.000 €/Wohnung (in HA 1. 10. 10). Es geht also wohl doch.

Doch was hätte man tun sollen? Viele Möglichkeiten bieten sich an. Bei besonders teuren oder denkmalgeschützten Fassaden ist die Innendämmung die Dämmung der Wahl. 

Die Verbraucherzentrale sagt: Jeder Grad Celsius Raumtemperatur weniger senke den Energieverbrauch um rund 6 %.  

Am 20. 9. 2010 titelte DER SPIEGEL: "Der teure Traum" und "Öko um jeden Preis". Die folgenden und vorher gehenden Hinweise sollen auch anregen, Geld zu sparen.

Die gut + preiswert dämmen - Reihenfolge könnte lauten:

  1. Scheibenaustausch bei intakten Fenstern mit Dichtung (spart Fenster mit Einbau und äußerer oder innerer Hausanarbeitung).
  2. Dämmung zum Spitzboden oder Kalt-Flachdach (oft nur Mattenausrollung) und Keller (an der Decke).
  3. Außenwanddämmung, wenn kein Denkmalschutz oder teure Verblendung vorhanden. Bei keiner kontrollierten Be- und Entlüftung möglichst Wärmedämmverbundsystem  (WDVS) dampfdiffusionsoffen, wenn innen keine Absperrung vorliegt. - Das Material ist teurer als ein WDVS auf  mit fast luftdichter Kunststoffisolierung.
  4. Außenwanddämmung mit Dämmung und Vorsatzschale (wie Mauerwerk oder Fassadenverkleidungauch aller Art. Besonder gut dampfdiffusionsoffen möglich.
  5. Innenwanddämmung. Bei Denkmalschutz notwendig, bei vorhandener Vorsatzschale auch oft preiswerter. Dann innen völlige Renovierung. Viele Probleme: Siehe dort.
  6. Heizungs- und Solaranlage. Siehe dort.  

Zu den einzelnen Möglichkeiten wurden in den vorhergehenden Abschnitten zu den Grundlagen berichtet. Nachfogend werden die praktischen Möglichkeiten der Dämmung kurz beleuchtet. Die Bau-INFO-Checkliste führt dann durch Links zur großen Auswahl der Möglichkeiten, die jeder dadurch selbst überprüfen kann.

  

Wärme- und Schallisolierungsbaustoffe (HA 4.6)

Je höher der Wärmedurchgang, desto geringer die Wärmedämmung.

Die geringste Fassaden-Wärmedämmung hatte meistens das Glas. Nach dem Einscheibenglas, den Doppelfenstern (vor allem noch in Berlin), dem Isolierglas haben wir jetzt meistens eine Wärmeschutzverglasung mit einem U-Wert Glas (der Maßeinheit für den Wärmedurchgang) von 1,1 und für Passivhäuser noch darunter.

Trotzdem ist das Isolierglas noch kein Isolierbaustoff. Deshalb kommt jetzt die neue Einsparidee, die Fenster möglichst klein zu halten, obwohl man bei Dunkelheit wieder mehr Licht benötigt. Deshalb sollen Schreibtische heute auch am Fenster stehen. Und beschatten soll man die Fenster im Sommer sowieso, damit es nicht zu warm wird. Im Sommer zu kühlen verbraucht oft mehr Energie als im Winter zu heizen. Ein Grund, warum in den USA die Kohlendioxydabgabe durch Klimaanlagen so hoch ist. Doch auch dort denkt man um und kann schon deshalb die alten Häuser manchmal nicht mehr verkaufen oder halten. Selbst wir müssen dann die Bankenverluste von IKB zu KfW zum Steuerzahler verkraften.

Für die Isolierfähigkeit ist einmal die Dicke (m) maßgebend. Die wird dann durch die Wärmeleitfähigkeit λ (=lambda in W/(mxK) des Materials geteilt. Diesen Wert kann man leicht einer Tabelle entnehmen. Heraus kommt dabei der Wärmedurchlasswiderstand (qm K/W). Der Kehrwert ist dann der Wärmedurchgangskoeffizient U (in W/(qm x K). Dieser Wert zeigt dann die Wärmedämmung eines jeden Bauteils an. Also bei 24 cm Mineralwolle

=  0,24 m MW /0,050 (Bemessungswert Kategorie I) = 4,8. 1 durch 4,8 = 0,20 U-Wert .

Diese Wärmedämmung ist immerhin über 5-mal größer als diejenige eines Wärmeschutzglases. Der Wärmeabgang ist also 5-mal geringer. Der Wärmeabgang des neuen Wärmeschutzglases mit dem U-Wert vom 1,1 ist aber wieder rund 5-mal geringer als derjenige des alten Isolierglases. Es lohnt sich also immer, die Fensterscheiben auszuwechseln. Zusätzlich halten die neuen Scheiben dann sogar den Elektrosmog des evtl. Sendemastes gegenüber ab (die alten nicht).

Die Mineralwolle hat eine hohe Wärmedämmung, eignet sich aber auch gut zur Schalldämmung für die Decken und zwischen den Häusern – und außerdem ist sie dampfdiffusionsoffen. Dies wird in Tabellen als Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl µ dargestellt.

Gerade bei Haussanierungen ist zusätzlich die Frage wichtig, ob der Wasserdampf langsam hinausgehen kann oder nicht. Einmal soll er, dann soll er wieder nicht. Wenn er dann kommt und in der Wand bei Frost innen auftaut ist es schlecht. Darum soll die Wärmeisolierung möglichst weit nach außen kommen und der Taupunkt berechnet werden. Die Bauberatung-Hotline berät hier. Nachfolgend einige

 

Einige Isolierbaustoffe mit Anbietern (einige Beispiele)

+ U-Wert und der Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl  

 

Nr.

Baustoff (1-6 Platten) = >6 Granulat

Anbieter als Beispiel

λ

µ

1

Mineralwolle (MW) EN 1363

www.rockwool.de , www.isover.de

0,030

1

2

Extrudierter Polystrolschaum EN 13164

www.styrofoam.com

0,026

80/250

3

Polyurethan-Hartschaum (PUR) EN 1365

www.linitherm.de , www.aprithan.de

0,024

10/60

4

Schaumglas (CE) EN 13167

www.foamglas.de

0,038

dicht

5

Holzfaserdämmplatte EN 13 176

www.gutex.de , www.steico.com

0,032

5

6

Granulat für Schüttungen Bims + Blähton

www.fiboexclay.de

0,10

5

7

Blähglas

www.poraver.de

0,07

5

 

Die Liste zeigt nur einen Überblick der vielen Möglichkeiten - ohne Anspruch auf Vollstänmdigkeit - auf. Reine Naturbaustoffe aus Holz, Hanf oder Kork sind immer fast dampfdurchlässig. Der Dampfdiffusionswiderstand liegt nahe 1. Dazu gehören auch die einblasbaren Isolierungen, ähnlich dem Blähglas, wie "isofloc" oder "THERMOFLOC". (siehe Bau-INFO-Checkliste). Die letztgenannten Dämmstoffe besitzen auch eine verhältnismäßig hohe Wärmespeicherung.

Die Wärme- und Schallisolierung wird oft mit der Tragfähigkeit kombiniert. Sehr gut ist dies an geschosshohen Mauertafeln zu sehen. Bei vielen Baustoffen reicht die Isolierfähigkeit ohne zusätzliche Isolierung oft aus. Bei dem ebenfalls gut isolierenden Blähton und Bims dagegen oft nicht ganz (www.klb-klimaleichtblock.de ). Dann wird, genau wie bei Kalksandstein, zusätzliche Wärmeisolierung beim Neubau außen davor gebracht. - Siehe auch Bau-INFO-Checkliste.

Bei der Haussanierung wird von außen als Wärmedämmverbundsystem (WDVS) (wie z. B. www.sto.de) – oder von innen (bei Fachwerk oder Außenverblendung mit Mauerziegeln) gedämmt. Siehe Sanierung und Energieeinsparung. Hierbei ist der Taupunkt möglichst vorher zu errechnen.

 

Ausbildung der oberen Dachdecke (HA 4.7)

Neben der Pflicht zur Entfernung der Vor-78er-Heizkessel und der Heizungs- und Warmwasserleitungsisolierungen besteht die Nachrüstpflicht gem. EnEV 2009 nur für die oberste Geschoss- oder Dachdecke, bzw. zum Dach. Bei Zusatzdämmung einer Dachdecke sollte ein Dachüberstand eine evtl. spätere Zusatzdämmung der Fassade berücksichtigen.

Auf einem vorhandenen Betondach (Beton hat fast keine Wärmedämmung) würden zum Erreichen des heute notwendigen U-Werts von mindesten 0,20 W/(qm x K) (siehe auch EnEV-Praxisumsetzung) über 22 cm Isolierung erforderlich werden. Eine evtl. dünne vorhandene Isolierung könnte deshalb evtl. auch entfernt werden. Der Handwerker überprüft die Haltbarkeit gegen Abheben (Windsog), die an den Seiten und Ecken besonders hoch sein muss.

Kalt- oder Warmdach ist allgemein die Frage. Beim Kaltdach liegt das Dach oben mit Abstand im Kalten und die Isolierung unten auf oder unter der letzten Decke. Dazwischen ist so viel Luft, vielleicht ein Dachraum, dass man darauf gehen kann, vielleicht um mehr Isolierung auszurollen. Das Dach selbst ist kalt, aber in den Räumen darunter wird es im Sommer meistens nicht so warm.

Bei einem Flachdachaufbau Decke, darauf Wärmeisolierung, darauf die Dachdichtung wird das Dach gleich warm und im Raum darunter wird es, besonders bei der früher üblichen und dünnen Isolierung, noch wärmer. Das warme Warmdach oder auch Umkehrdach.

 

Nachfolgend Möglichkeiten zur Dachdämmungs-Praxisumsetzung:

  • Stromerzeugung durch Solarenergie aus dem Flachdach mit Isolierung und Dachdichtung darunter. Z. B. weiße Kunststoffdachdichtung  FDT fk (www.fdt.de ) mit Photovoltaik (www.solyndra.de ). Oder „alles aus einer Hand“ meint z. B. Firma www.alwitra.de und bietet gleich aufklebbar Evalon Solar an. Viele Firmen bieten Strom- und Warmwasser-Solarerzeuger an. Beispielsweise: LATENTO von www.ivt-rohr.de  oder die Roth-Solarsysteme aus einer Hand www.roth-werke.de – oder www.ews-handewitt.de - oder www.sieger.net - oder der Fachhandel SOLEADO für ökologische Heizsysteme www.soleado.de bietet mit Sunstar Solartechnik für alles an. Oder das Weishaupt Solar System www.weishaupt.de – etc. etc.- Empfehlenswert ist eine Elektrosmogabschirmung darunter. Alles mit den Nachteilen des Warmdachs.
  • Steildach (von vielleicht nur 18 Grad, evtl. mit Pfannen-, Zink-, Schiefer oder anderer Deckung) auf die letzte Decke oder das sanierungsbedürftige Flachdach setzen. Aus dem evtl. Warmdach mit warmen Aufenthaltsräumen darunter wird ein Kaltdach. Die meisten Photovoltaik oder Solarwarmwassererzeuger sind hier leichter einzubauen. Siehe die Fabrikate beim Flachdach. Als Dämmsysteme für alle Dämmungen mit hoher Dämmwirkung kann z. B. eingebaut werden: www.knaufinsulation.de oder www.rockwool.de oder im Kunstharzbereich z. B. www.linitherm.de .
  • Oft ist es sogar sinnvoll, auf die letzte Decke ein Penthouse, zurückliegend, evtl. mit leichtem Steildach - oder eine weitere Etage mit Steildach aufzusetzen. Bei einer Althaussanierung wird dabei die Sanierung der oberen Decke gespart und für den Gewinn von oben können die Fassade und Heizung saniert werden, mit Wärmepumpe etc. kann sogar ein Passivhaus entstehen und evtl. kann sogar noch Geld übrig sein.
  • Ohne Solarenergienutzung sind die vorgenannten Sanierungsmöglichkeiten genauso zu verwirklichen. Gerade für die Sanierung von Flachdächern haben fast alle Anbieter für Warmdächer Sanierungsplatten (z. B. Rockwool RP-TF) Dachkeile und Gefälledachplatten, und für Kaltdächer kann oben einfach auf der obersten Geschossdecke z. B. Varirock ausgerollt werden  (www.rockwool.de ). Oder mineralische Dämmplatten z. B. von www.epasit.de oder die Mineraldämmplatte multipor von www.xella.de .
  • Das Gründach ist mit ausreichender Isolierung sehr empfehlenswert. Z. B. siehe www.foamglas.de .
  • Wenn das letzte Geschoss hoch genug ist (z. B. mit Dämmung < 2,50m oder 2,30 m), kann man unterhalb eine nicht brennbare und schön aussehende Dämmplatte unterkleben (z. B. Facett Basic S von www.rockwool.de  - oder www.isover.de ), bzw. auf der Massivdecke ein Lattenrost von unten anbringen, dazwischen Dämmplatten (z. B. Sanorock Plus oder Thermo-Hanf) einbringen und ein Lattenrost mit Gipskartonplatten darunter befestigen. Auch Mineraldämmplatten, wie multipor von www.xella.de oder von www.epasit.de können von unten (oder oben) angebracht werden.
  • Auf die oberste Geschoss- oder Bodendecke kann einfach eine Dämmplatte gelegt werden, evtl. gleich mit Spanplatten-Fußboden: Z. B. von www.rockwool.de oder www.isover.de .
  • Genau wie beim letzten Geschoss kann, oder muss, unterhalb der Kellerdecke, von Durchfahrten oder in geheizten Tiefgaragen evtl. gedämmt werden (z. B. www.schwenk.de - oder www.linitherm.de - oder www.rockwool.de ).
  • Beim Holzschrägdach kennt schon fast jeder die vielen Möglichkeiten: Zwischensparren-, Aufsparren- und Untersparrendämmung – oder z. T. auch zusammen, wenn die Dämmung sonst zu niedrig ist (siehe auch z. B. www.rockwool.de oder www.thermo-hanf.de oder www.isofloc.de - oder www.knaufinsulation.de ). Unterhalb dann dampfdiffusionsoffene und oberhalb wind- und luftdichte Folie regendicht mit Konterlattung unterhalb der Dachpfannen auf Dachlattung.
  • Die Einblasdämmung und Schüttdämmung ist besonders in Luftschichten und schwer zugänglichen Dämmbereichen empfehlenswert. Siehe z. B. www.rockwool.de (Mineralwollbasis) oder www.thermo-hanf.de (Hanfbasis) oder www.isofloc.de (Zellulosebasis) - oder www.fiboexclay.de (naturbelassener Blähton) oder das Poraver Blähglasgranulat (www.poraver.de ).

Zur Flachdachdichtung siehe z. B.: Die FDT-Flachdachtechnologie www.fdt.de oder die lang bewährte Bitumendachbahn www.derdichtebau.de - und immer mit Gefälle > 3 %.

 

Nachträgliche Fassadendämmung (HA 4.8)

Wer ein Gebäude äußerlich verändert muss dabei das Baurecht beachten. Darum ist dazu eventuell die Baubehörde zu befragen, bzw. alles entsprechend mit einem Planer zu besprechen. Es kann sogar vorkommen, dass eine "zulässige Grundfläche" GR gemäß Bebauungsplan ausgelastet ist. Dann muss erst eine Befreiung von dieser Festsetzung des Bebauungsplanes erreicht werden. Die Gemeinde- oder Stadtvertretung muss erst "Ja" sagen, und viele Behörden werden dabei beteiligt.

Wie beim Dach gilt: Bei vorhandener Wärmedämmung von z. B. nur 6cm sollte mit dem Handwerker (Fachunternehmererklärung) evtl. ein Abriss dieser Wärmedämmung besprochen werden, weil eine Neu-Gesamtisolierung immer rund 16 cm dick sein müsste. Dann kann evtl. an der Fassade auch eine dampfdiffusionsoffene Isolierung angebracht werden, wenn diese zuvor von innen luftdicht war. Zur dampfdiffusionsoffenen oder –geschlossenen Fassade siehe auch unter „Gesundes Wohnen“ dort z. B. bei Woher kommt die gute Luft? ff. und Räume müssen belüftet sein. Dort heißt es unter anderem:

Die EnEV 2009 besagt im § 6, Abs. 2: Zu errichtende Gebäude sind so auszuführen, dass der zum Zwecke der Gesundheit und Beheizung erforderliche Mindestluftwechsel sichergestellt ist. Zusätzlich spricht die DIN 1946-6 (von 2009) bei der Lüftung von Wohnungen von einer Mindestlüftung, der Nennlüftung - vor allem gegen die Feuchtigkeit, die einmal den genannten Schimmelpilz begünstigt, aber auch die Heizkosten erhöht, wenn nicht die wohngesunde Strahlungsheizung eingebaut wird.

 

Zur Berechnung (aus "Die Haussanierung):

Die Isolierstoffdicke in m durch die Isolierstoff-Wärmeleitfähigkeit Lambda in W/m * K  = Wärmedurchlasswiderstand R  (qm * K/W). Der Kehrwert ist der Wärmedurchgangswiderstand U (in W/ (qm * K). K heißt dabei Kelvin = Celsius = C. Also m/Lambda = R  -  1/R = U Wert. Wärmeübergangs- und Wärmedurchgangswiderstände werden bei den folgenden Angaben vernachlässigt.

Einige Regeln für die Fassade:

  • Allgemein gilt: Möglichst dampfdiffusionsoffen, wenn nicht Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung eingebaut - oder laufend gelüftet wird (siehe "Gesundes Wohnen").
  • Von innen nach außen dämmen - Kalziumsilikatplatten evtl. nehmen (siehe "Gesundes Wohnen) und Taupunkt beachten.
  • Von außen nach innen dämmen - gut dampfdiffusionsoffen möglich, weil der Taupunkt außen liegt.
  • Im Keller möglichst mit der Perimeterdämmung aus Hartschaum außen isolieren, wenn der Keller beheizt wird. Zu beachten: Eine Beheizung des nicht wie ein Wohnraum allseitig gedämmten Kellers ist nicht zulässig. Dämmung des beheizten Kellers siehe dort.

Bei vielen Personen innen und auch bei nicht dampfdiffusionsoffener Isolierung (z. B. aus Hartschaum) ist also eine Klimaanlage mit Wärmerückgewinnung sinnvoll.

 

Möglichkeiten zur Fassadenisolierung von außen (HA 4.9) 

  • Luftschichten als Kerndämmung im Einblassystem füllen, aber zuvor das Außenmauerwerk gegen Regen von außen dichten: Z. B. www.rockwool.de mit Mineralwolle Granulat RG oder KD (dampfdiffusionsoffen). Oder z. B. kleine aufgeschäumte Glaskugel von www.poraver.de (dampfdiffusionsoffen) oder  www.thermo-hanf.de (Hanfbasis) oder www.isofloc.de (Zellulosebasis) - oder www.fiboexclay.de (naturbelassener Blähton).
  • Beim Wärmedämmverbundsystem (WDVS) wird heute oft, wegen der Dämmdicke, die Isolierung doppelt eingebaut. Sie ist dampfdiffusionsoffen oder auch nicht. Hinterher folgt eindünner Putz, auf den sogar Riemchen-Verblender geklebt werden können. Z. B. www.sto.de . Diese Firma bietet umfangreiche Fassadendämmsysteme an: Ob StoTherm Classik (mit Polystroldämmung), StoTherm Cell (mit Mineralschaumplatte) oder StoTherm Mineral (mit Steinwolledämmung) - immer heißt es "Hoch CO2 - und wasserdampfdurchlässig".
  • Die KNAUF Marmorit Warmwand wird von außen aufgeklebt. KNAUF ist der alte Spezialhersteller für Wärmeisolierungen und den Innenausbau: www.knauf.de .
  • Von außen können auch (statt WDVS) hochdämmende Porenbetonsteine aufeinander und gegen die Wand aufgeklebt werden. z. B. die Mineraldämmplatte multipor von www.xella.de - oder von www.epasit.de - Dampfdiffusionsoffen.
  • Von außen werden hochdämmende Kalziumsilikatplatten aufeinander und gegen die Wand geklebt. Darauf gibt es Feinspachtelputz oder Platten, alles schimmelpilzhemmend: z. B. die epatherm-Platten mit Spachtelputz: von www.epasit.de . – die wohngesunde, dampfdiffusionsoffene Außendämmung oder z. B. www.redstone.de .
  • Wird ein Verblendstein als Verblendmauerwerk normal davor gemauert, so kann einfach die Isolierplatte von z. B. www.rockwool.de mit oder ohne Luftschicht dahinter gelegt werden.
  • Bei der vorgehängten Fassade wird entsprechend dem Verblendmauerwerk hinter der Vorhängung isoliert, z. B. StoVentec Fassade.

 

Innendämmung beim Renovieren (HA 4.10)

Vorweg: Der U-Wert (Wärmedurchgangswiderstand) soll für Außenwände sonst mindesten 0,28 betragen. Bei Innendämmung erhöht sich der U-Wert auf 0,35 W/(qm * K) (siehe EnEV+EEWärmeG-Praxis - dort bei "Änderung. An-, und Ausbau von Gebäuden"). Eine Taupunktberechnung sollte immer erfolgen, damit das innere Kondenswasser bei Frost nicht innere Feuchtigkeit mit Schimmelbildung erzeugt. Darum wird von innen oft eine Dampfbremse (bei der Aerowolle vorhanden) eingebaut.

Möglichkeiten zur Fassadenisolierung von innen (siehe auch "Gesundes Wohnen":

  • Von Innen Lattenrost mit z. B. Mineralwollisolierung dazwischen und darüber von Innen Gipskartonplatten (siehe z. B. www.rockwool.de ). Dampfdiffusionsoffen.
  • Entsprechend mit Lattenrost www.thermo-hanf.de als reine Natur.
  • Von innen werden hochdämmende Porenbetonplatten aufeinander und gegen die Wand geklebt. Darauf Putz oder Putzplatten. Dampfdiffusionsoffen (siehe z. B. www.multipor.de ).
  • Von Innen werden hochdämmende Kalziumsilikatplatten aufeinander und gegen die Wand geklebt. Darauf gibt es Feinspachtel-Lehmputz oder Platten, alles schimmelpilzhemmend von www.redstone.de  Pura oder Masterklima - oder ähnlich die epatherm-Platten mit Spachtelputz von www.epasit.de . – oder z. B. bei www.fema.de Klima-Plus-System. Der wohngesunde, dampfdiffusionsoffene Ausbau.
  • Von Innen werden Lehmplatten gegen die Wand aufgemauert und geklebt und auch mit Lehmputz (z. B. von www.thermo-hanf.de ) geputzt (siehe bei Wohngesundheit-heute). Oder Lehmfeinputz von Redstone. Gesund und dampfdiffusionsoffen.
  • Von innen können große Verbundplatten mit Wärmeisolierung von KNAUF einfach aufgeklebt werden. KNAUF ist der alte Spezialhersteller für Wärmeisolierungen und den Innenausbau: www.knauf.de .
  • Sehr gut ist z. B. das LINITHERM – Dämmsystem für die Außenwand, tapezier- und streichfähig sowie für Decke und Boden mit hohen Dämmwerten, Hartschaum. www.linitherm.de .
  • Die Innendämmung ist heute besonders mit geringer Dicke durch www.aerowolle.de möglich. Der Lamda-Wert beträgt nur 019. Dadurch können nur 4 cm Dicke bereits oft die Anforderungen an die EnEV 2009 erfüllen. Die Kosten pro qm sind allerdings erheblich höher. Es werden im Normalfall nur 4 cm dicke Dämmplatten gefertigt. Auf Wunsch könnten allerdings auch andere Dicken gefertigt werden.

Möglichkeiten der Kellerdämmung von innen:

Ist der Keller bewohnt, kann das ausgeatmete Wasser wegen der äußeren Kellerisolierung nicht nach außen entweichen. Es darf deshalb nicht in die Wärmeisolierung und den Zwischenraum zur alten Kellerwand eindringen. Hier muss, nach der Putz- oder Verkleidungsplatte, gleich eine völlige Isolierung (z. B. Alu) kommen - und möglichst zur Kellerwand auch. Hierzu wird beispielsweise Linitherm PAL GK angeboten. Auch für die Decke (wenn darüber kein Wohnraum ist) oder für den Fußboden sind entsprechende Platten im Angebot: www.linitherm.de .

Zu den äußeren Gebäude-Umhüllungsflächen gehören:

  1. Die Außenwände
  2. Das Dach oder die Dachraumumhüllungsfläche
  3. Die Kellerdecke beim unbeheizten Keller.

Die Kellerdecke muss oft nachisoliert werden. Hier bieten viele Firmen Materialien an. Die genannte Firma Linitherm z. B. PAL 2 oder z. B. Rockwool Planarock Plus www.Rockline24.de oder www.rockwool.de .

Im unbeheizten Keller sollen alle Wärme führenden Leitung gedämmt werden.  

 

Lüftung mit Wärmerückgewinnung

beispielsweise: InVENTer, der Flüsterlüfter mit bis 91 % Wärmerückgewinnung speziell für Einzelräume: www.lueften.info - Mit Leitungen und bis 99 % Wärmerückgewinnung z. B. www.paul-lueftung.de .

 

Viele Baustoffe fehlen noch (HA 4.11)

Viele weitere Baustoffe wurden schon bei den vorherigen Themen, wie Sanierung, Energieeinsparung etc. genannt. Es gibt aber noch viel mehr Baustoffe.

Hätten Sie beispielsweise an Gewölbedecken in den Räumen gedacht? Hochinteressant für Restaurants. Oder Bogendächer aller Art? Wie bei www.peneder.com . Oder die interessantesten Lichtdächer und Glasfassaden, sogar mit Solarenergieverwertung? Wie bei www.coltinfo.de .

Eine neuartige Art der Hozrahmenbauweise wurde als "Massiv-Holz-Mauer" entwickelt. Dabei wurde auch auf "Gesundes Wohnen" (siehe bei www.haussanierungspraxis.de ) wert gelegt: www.massivholzmauer.de .

Der Architekt oder Bauberater hilft sehr oft, den richtigen Weg zu finden. Siehe hierzu besonders die Angaben der Bau-INFO-Checkliste (mit vielen Links) am Schluss.

 

(Ki)

 

Die Bau-INFO-Checkliste hilft bei Neu-, Um-, Anbau und Haussanierung.